Ergebnisopportunismus - bei DIESEM Blog nicht nötig

Montag, 25. Juni 2007

Kleine Kaufberatung

Eine der interessantesten Erfahrungen, die das Leben in fremden Ländern mit sich bringt, ist ja die Begegnung mit den lokalen Spezialitäten. Damit meine ich natürlich nicht die traditionelle Küche, die ist in etwa so interessant wie naive Holzschnitzereien oder Eingeborenentänze. Viel wichtiger sind die landestypischen Snacks, Süßigkeiten und ähnliche industriell gefertigte, im Supermarkt erhältliche Speisen.
Nach drei Wochen Jakarta lässt sich folgendes Fazit ziehen:
  • Durian: Ein ganz wichtiges Signalwort, dass bei jedem Besucher sofort alle Alarmglocken schrillen lassen sollte. Durian ist eine südostasiatische Frucht, die von der Form an eine Wassermelone erinnert, allerdings Stacheln hat. Der Geschmack muss als einzigartig bezeichnet werden. Im Internet lässt sich folgende Beschreibung finden: A rich custard highly flavoured with almonds gives the best general idea of it, but there are occasional wafts of flavour that call to mind cream-cheese, onion-sauce, sherry-wine, and other incongruous dishes. Then there is a rich glutinous smoothness in the pulp which nothing else possesses, but which adds to its delicacy.
    [Alfred Russel Wallace, zitiert nach en.wikipedia.org/wiki/Durian]
    Sicherlich eine mögliche Beschreibung, ich würde es allerdings etwas anders ausdrücken. Der Geruch von Durian erinnert an den Geruch, den man (möglicherweise) erzeugen kann, wenn man den Schimmelrand eines zwei Jahre alten Frühlingsquarks abschabt und anschließend 6 Wochen im Biomüll aufbewahrt. Ungefähr. Nach dieser Beschreibung erübrigt sich wohl auch ein Kommentar zur Donut-Sorte "Durian", die hierzulande bei Dunkin' Donuts erworben werden kann.
  • Extra Joss/Kukubima Ener-G/Naturade Gold/Hemaviton: Eine extrem unausgewogene Ernährung, die hauptsächlich aus Reis besteht, hat zum einen zur Folge, dass die Indonesier im Schnitt vielleicht 1,20m groß sind und zum anderen chronisch erschöpft. Das wiederum führt zu einer riesigen Nachfrage nach Energydrinks, die allerdings nicht mit lächerlich überteuerten Dosen, die dann Sportclubs in aller Welt finanzieren, befriedigt wird, sondern mit Pülverchen. Der Geschmack spottet jeder Beschreibung, jede chemisch möglich Kombination aus Aromastoffen ist im Handel erhältlich. An dieser Stelle sollen deshalb nur die erträglichsten Erwähnung finden: Extra Joss (original, erinnert am ehesten an Red Bull), Extra Joss Active Apel Blackcurrant (die neue Active Serie von Extra Joss ist gar nicht schlecht, Apel Blackcurrant davon das leckerste, Blackcurrant lässt sich sogar rausschmecken) und Kukubima Ener-G Rasa Anggur (Anggur = Traube, sehr interessante, tiefviolette Farbe, geschmacklich durchaus in Ordnung)
  • Lay's Salmon Teriyaki: Hier rächt es sich, wenn die Indonesischkenntnisse unzureichend sind. Ich glaubte, mir aus dem Englischen herleiten zu können, dass "Rasa Salmon Teriyaki"in etwa "Lachs-Teriyaki Geschmack" heißt. Teriyaki ist spätestens seit Subway bekannt, ist also gar nicht so schlecht. Offenbar lautet die indonesische Übersetzung aber nicht Lachs-Teriayki sondern "6 Wochen alte Fischabfälle, die in der Iglo-Fabrik liegengeblieben sind". Passend dazu waren die Chips mit sehr beunruhigenden schwarzen Punkten übersät, so dass 3/4 der Packung leider direkt ihren Weg in den Mülleimer antreten mussten. Sehr zu empfehlen hingegen: Pringles Jalapeno. Sind nach meinen Informationen international verfügbar, also einfach mal die Augen offen halten.
  • Tango: Tango ist so eine Art Lion, allerdings etwas kleiner, mit weniger Schokolade und deutlich mehr Zucker, so dass sich in der unerträglichen Süße überhaupt keine Nuancen von Schokolade, Karamel oder Keks herausschmecken lassen. Der gravierendste Unterschied ist jedoch, dass Tango immer schmeckt, als hätte es zwei Wochen offen rumgelegen. Der Keks ist von kross soweit entfernt wie Felix Magath von der Realität, was das ohnehin schon stark eingeschränkte Geschmackserlebnis vollkommen zerstört.
  • Alpenliebe Bonfills: Karamelbonbons mit Karamelfüllung, die ich in der vagen Hoffnung erstand, sie würden wie Werther's Echte oder Vollmilchbrocken schmecken. Entsprechend groß war dann die Enttäuschung, als sie einfach nur wie Würfelzucker geschmeckt haben. Eigentlich nichts besonderes hier und sie finden auch nur Erwähnung, weil eine gewisse, nicht näher genannte Person (die aber zufälligerweise meine Schwester ist) danach süchtig ist und im Schnitt eine Packung am Tag isst.
Und so könnte es noch ewig weitergehen, aber irgendwann ist ja selbst der hartnäckigste Leser von Texten über irgendwelche merkwürdigen Erfindungen indonesischer Aromaexperten gelangweilt. So bleibt als Fazit nur eins: Dunkin' Donuts geht immer, vergleichen lohnt sich. Im Plaza Indonesia kosten 6 Donuts 24.900Rp., gegenüber vom Plaza Menteng nur 22.900Rp.

Freitag, 7. April 2006

Das Bloggen an sich

Natürlich kriegt man mit "1, 2, 3 Klicks" sein eigenes Weblog, und sicherlich gibt es auch täglich so viele Themen, über die man bloggen kann, oder sogar muss. Das Bloggen an sich erfordert dann doch etwas mehr, unter anderem reifliche Überlegung und einen - wenn möglich gar interessanten - Standpunkt. Somit ist es eine Aufgabe, an der man durchaus scheitern kann. Da es mir nicht genauso gehen soll, veröffentliche ich meine Posts nur, wenn ich sie für gut befinde. Deswegen werde ich auch seltener posten als andere Blogs. Ich bitte nicht, dies zu entschuldigen, wer das nicht aushalten kann, kann ja andere Blogs lesen.

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