Sodom & Gomorra

Samstag, 21. Juni 2008

Sex sells

Wunderbar interessante neue Google-Spielerei: Google Trends, eine Seite die Trends in Besucherzahlen aller Internetseiten (außer google.com) zeigt. Dazu wird noch angegeben, aus welchen Ländern die Besucher kamen und welche anderen Seiten sie besucht haben - wer hätte zum Beispiel vorher gedacht, dass zwei der Lieblingsseiten von youporn.com-Surfern comunio.de und transfermarkt.de sind?

Freitag, 3. August 2007

Stadium - nein, nicht das mit dem Fussball

Das Stadium, deren Betreiber sich wohl nicht ganz ueber die Bedeutung des Namens Stadium im Klaren waren und den Laden deswegen wie eine Kreuzung aus mittelalterlicher Ritterburg und roemischem Collosseum einrichteten, war seit meiner Ankunft ein eher sagenumwobener Ort. Die Aussagen von Freunden, die ich zum Stadium befragte, reichten von "Stadium? Bist du lebensmuede?" ueber "Letztes Mal als ich da war, haben die gerade zwei bewusstlose Maedels da rausgetragen" und "Kauf da bloss keine Drogen, dass sind alles V-Maenner der Polizei" bis hin zu "Die beste Party, die es in Jakarta gibt".
Und was soll ich sagen? Alle sollten Recht behalten.
Bei der Ankunft stellt sich das Stadium zunaechst etwas enttaeuschend dar: Ein weitlaeufiger Bar-Bereich, "Cafeteria" genannt, erstreckt sich hinter dem Eingan und erweckt nicht den Eindruck der droehnenden, verrueckten, potenziell lebensgefaehrlichen Technohoelle, der mir vorher vermittelt worden war.
Die erste Enttaeuschung wich jedoch schnell einem leichten Unwohlsein, als ich am hinteren Ende des Raumes einen Fahrstuhl entdeckte, der vier weitere Stockwerke anfuhr. Neben "Discotheque" wurden auch "Pubdisco" sowie "Steambath" angeboten, was in einer Stadt wie Jakarta, in der das aelteste zugleich auch das weitverbreitetste Gewerbe ist, nichts gutes ahnen laesst.
Vorbei am Steambath ging es dann also in den vierten Stock (nach deutschen Massstaeben der dritte, in Indonesien wird grundsaetzlich das Erdgeschoss als erster Stock bezeichnet), die Discotheque, die dann schon mehr die Erwartungen an einen Club erfuellte. Tuersteher, die 35.000 Rp. (3 Euro) Eintritt kassieren, Stempel verteilen und sogar noch kleine Flaeschchen Energydrink verteilen. Nach eingaengiger Analyse der Siegel an den Flaschen ("wer weiss, was die einem hier reinmischen!") entschlossen wir uns, den Energydrink zu trinken (geschmacklich nahe an Red Bull, nur suesser) und uns ins Vergnuegen zu stuerzen.
Und was soll ich sagen: Es war wirklich ein Vergnuegen. Waehrend ich ja normalerweise kein grosser Fan elektronischer Musik bin, schafft es das Stadium tatsaechlich, mit seiner merkwuerdig faszinierenden Kulisse, vier Meter hohen Waenden aus Lautsprechern und ziemlich guten DJ's (wie ich mir von unabhaengiger und wissender Seite habe bestaetigen lassen), eine Atmosphaere zu erzeugen, die zum Tanzen nicht nur einlaedt, sondern geradezu zwingt. Und das ganze, ohne dass ich auch nur betrunken war, geschweige denn andere Drogen zu mir genommen hatte.
Womit wir auch schon bei den negativen Seiten des Stadiums waeren, namentlich Drogen und Prostitution.
Bei den Drogen waren wir ja vorgewarnt, so dass wir den ganzen Abend nur Wasser tranken - das einzige Getraenk, was in versiegelten Flaschen erhaeltlich war. Frage des Barkeepers bei der Bestellung: "Wasser - und was dazu?"
So wurde auch der Gang zur Toilette zu einem Erlebnis der besonderen Art, gegen das sich ein Streifzug durch das Frankfurter Bahnhofsviertel ausnimmt wie ein Ausflug ins Disneyland Paris. Auf eienr Strecke von nicht einmal 50 Metern boten einem ueber den Daumen gepeilte 15 Dealer mehr oder weniger offensiv jede Art von Drogen an, die auf dieser Insel verfuegbar sind. Die Leute, die aus der Toilette stolperten, nestelten merkwuerdigerweise nicht an ihren Reissverschluessen oder Guerteln, sondern an ihren Nasen herum. Auf der Toilette selber kam ich mir dann wie der einzige vor, der wirklich der Toilette wegen auf der Toilette war.
Nich viel anders verhielt es sich mit den Nutten. Wobei, anders als in den anderen Clubs der Stand lief es schon ab: Waehrend die Damen normalerweise auf die gute alte In-die-Seite-knuffen-umdrehen-kichern-"my-friend-likes-you"-sagen-Masche setzen, wird die Prostitution im Stadium offenbar von den Betreibern soweit geduldet, dass die Zuhaelterinnen mit offizieller "Akkreditierung" durch den Laden laufen duerfen um dann, wenn sie einen Auslaender erspaehen, eine ihrer Schuetzlinginnen zu holen und sie vorzustellen. Irgendwie sehr verstoerend, aber auch auf eine Art angenehmer, weil es reicht, mit drei oder vier Zuhaelterinnen zu sprechen um sich jede Nutte in dem Laden vom Hals zu halten.

Fuer weitere Informationen bitte auf die Homepage des Stadium gehen.

Stadium Jakarta, in Chinatown zwischen dem KFC und dem Mc Donalds, durchgehend geoeffnet von Freitag bis Sonntag. Auf keinen Fall verpassen.

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